Unternehmen & Investoren

Finanzielle Entlastungsmöglichkeiten

Aktuelle Corona-Hilfen im Überblick
Quelle: Bundesministerium der Finanzen

 

Corona-Hilfen: Novemberhilfe / Dezemberhilfe

Die Bundesregierung stellt staatliche Hilfen für den Monat November 2020 bereit. Die Antragstellung ist seit dem 25. November möglich. Antragsberechtigt sind direkt von den temporären Schließungen betroffene Unternehmen, Betriebe, Selbständige, Vereine und Einrichtungen und indirekt betroffene Unternehmen nach folgender Maßgabe:

Direkt betroffene Unternehmen: Alle Unternehmen (auch öffentliche), Betriebe, Selbständige, Vereine und Einrichtungen, die auf der Grundlage der Beschlüsse des Bundes und der Länder vom 28. Oktober, 25. November und 03.Dezember 2020 den Geschäftsbetrieb einstellen mussten. Beherbergungsbetriebe und Veranstaltungsstätten werden als direkt betroffene Unternehmen angesehen.

Indirekt Betroffene Unternehmen: Alle Unternehmen, die nachweislich und regelmäßig 80 Prozent ihrer Umsätze mit direkt von den Schließungsmaßnahmen betroffenen Unternehmen erzielen.

Unternehmen können eine einmalige Kostenpauschale in Höhe von bis zu 75 Prozent ihres Netto-Umsatzes von November 2019 erhalten. Soloselbstständige könne auch den monatlichen Durchschnittsumsatz des Jahres 2019 zugrunde legen, für Existenzgründer ist die Berechnungsbasis der Umsatz aus dem Oktober 2020.

Sonderregelungen gelten für Restaurants. Hier wird die Umsatzerstattung auf 75% der Umsätze im Vergleichszeitraum 2019 auf diejenigen Umsätze begrenzt, die dem vollen Mehrwertsteuersatz unterliegen, also die im Restaurant verzehrten Speisen. Umsätze aus Außerhausverkäufen zum reduzierten Umsatzsteuersatz sind von der Anrechnung im Leistungszeitraum ausgenommen und müssen nicht mit angegeben werden. Sie werden nicht auf die Höhe der Novemberhilfe angerechnet. Hierdurch soll eine Ausweitung des Außer-Haus-Geschäfts begünstigt werden.

Ein Antrag auf Novemberhilfe kann ausschließlich in digitaler Form über das Internet-Portal des Bundes durch einen prüfenden Dritten (Steuerberater inklusive Steuerbevollmächtigten, Wirtschaftsprüfer, vereidigten Buchprüfer oder Rechtsanwalt) gestellt werden. Für Soloselbständige, die nicht mehr als 5.000 Euro Förderung beantragen, entfällt die Pflicht zur Antragstellung über einen prüfenden Dritten. Sie sind unter besonderen Identifizierungspflichten direkt antragsberechtigt.

Die Frist für die Antragstellung ist der 30. April 2021. Die Beantragung  erfolgt  über das Portal https://www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de/.

Diese Hilfe wird nun aufgrund der Verlängerung der Schließungen im Rahmen der Vorgaben des EU-Beihilferechts verlängert. Damit sollen auch für die Zeit der Maßnahmen im Dezember von diesen Schließungen betroffenen Unternehmen Zuschüsse in Höhe von bis zu 75 Prozent des Vergleichsumsatzes im Jahr 2019 als Hilfen zur Verfügung stehen. Die Antragstellung für die Dezemberhilfe befindet sich in der Vorbereitung.

Weitere Informationen finden Sie hier:

https://www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de/UBH/Redaktion/DE/FAQ/FAQ-Novemberhilfe/faq-novemberhilfen.html

https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Schlaglichter/Corona-Schutzschild/2020-10-29-neue-corona-hilfen.html

https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2020/11/20201127-stark-durch-die-Krise-dezemberhilfe-kommt.html

 

Corona-Überbrückungshilfe II

Kleine und mittelständische Unternehmen, die im Haupterwerb tätig sind und durch die Corona-Krise unverschuldet in eine finanzielle Schieflage geraten sind, können die Corona-Überbrückungshilfe II für die Fördermonate September bis Dezember 2020 beantragen.
 
Voraussetzung: Durch Corona bedingtee Umsatzeinbrüche um min. 30 % in den Monaten September bis Dezember 2020 gegenüber den Vergleichsmonaten 2019. Die Berechnung wird dabei jeweils für jeden Monat einzeln vorgenommen. Liegt der Umsatzeinbruch in einem Fördermonat bei weniger als 30 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat, entfällt die Überbrückungshilfe II für den jeweiligen Fördermonat.
 
Höhe der Überbrückungshilfe:
  • 90 % der förderfähigen Fixkosten bei einem Umsatzrückgang über 70 %
  • 60 % der förderfähigen Fixkosten bei einem Umsatzrückgang zwischen 50 und 70 %
  • 40 % der förderfähigen Fixkosten bei einem Umsatzrückgang zwischen 30 und 50 %
 
Die maximale Förderung beträgt 50.000 Euro pro Monat. Unternehmerlohn ist nicht förderfähig. Die Corona-Überbrückungshilfe kann ausschließlich über prüfende Dritte (Steuerberater inklusive Steuerbevollmächtigten, Wirtschaftsprüfer, vereidigten Buchprüfer oder Rechtsanwalt) beantragt werden. Die Antragstellung ist bis zum 31. März 2021 möglich.
 
Weitere Informationen finden Sie auf dem Antragsportal unter https://www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de/UBH/Redaktion/DE/FAQ/FAQs/faq-liste-02.html.
 
 
Corona-Überbrückungshilfe III
 
Die Überbrückungshilfe unterstützt Unternehmen, Soloselbstständige sowie Freiberuflerinnen und Freiberufler, die von den Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung besonders stark betroffen sind im Zeitraum 01. Januar bis 30. Juni 2021.Für Unternehmen mit starken Umsatzrückgängen wird der Förderhöchstbetrag gegenüber der Überbrückungshilfe II pro Monat auf 200.000 € erhöht. Die Überbrückungshilfe III gilt auch für Unternehmen, die von den Schließungen ab 16. Dezember 2020 betroffen sind. Für sie gilt ein Förderhöchstbetrag von 500.000 € pro Monat.
 
Die neue Überbrückungshilfe III umfasst auch die sogenannte „Neustarthilfe für Soloselbstständige“. Damit soll der besonderen Situation von Soloselbstständigen, insbesondere Künstlerinnen und Künstlern sowie Kulturschaffenden, Rechnung getragen werden. Diese Betriebskostenpauschale beträgt einmalig 25 Prozent des siebenmonatigen Referenzumsatzes, maximal aber 5.000 Euro. Um den Referenzumsatz 2019 zu bestimmen, wird der durchschnittliche monatliche Umsatz des Jahres 2019 zugrunde gelegt (Referenzmonatsumsatz). Der Referenzumsatz ist das Siebenfache dieses Referenzmonatsumsatzes.
 
Weiterhin soll es – außerhalb der Überbrückungshilfe III – einen Sonderfonds für Kulturveranstaltungen geben. Zu diesem Sonderfonds werden derzeit die Details erarbeitet.
 
Weitere Informationen finden Sie unter:
 

 

Verlängerung von Stundungsmöglichkeiten

Steuerpflichtige, die durch die Corona-Krise unmittelbar und nicht unerheblich negativ wirtschaftlich betroffen sind, können bei ihrem Finanzamt – wie bereits seit dem 19. März 2020 – bis zum 31. März 2021 einen Antrag auf (Anschluss-)Stundung grundsätzlich aller Ansprüche aus dem Steuerschuldverhältnis im Rahmen eines vereinfachten Verfahrens stellen. Die Stundungen laufen dann längstens bis zum 30. Juni 2021.

Weitere Informationen unter: https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Schlaglichter/Corona-Schutzschild/2020-10-29-neue-corona-hilfen.html

 

Grundsicherung für Unternehmerinnen und Unternehmer

Für viele Unternehmerinnen und Unternehmer sind die aufgezeigten Entlastungsmöglichkeiten nur eine kurzfristige Erleichterung der angespannten finanziellen Situation, reichen aber nicht aus.

Daher möchten wir Sie an dieser Stelle darauf hinweisen, dass auch Selbstständige und Kleinunternehmer*innen zur Sicherung ihres Lebensunterhalts einen Anspruch auf Grundsicherung (Arbeitslosengeld II) haben können. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf der Homepage der Bundesagentur für Arbeit: https://www.arbeitsagentur.de/corona-faq-grundsicherung