Unternehmen & Investoren

Finanzielle Entlastungsmöglichkeiten

Außerordentliche Wirtschaftshilfe

Die Bundesregierung stellt staatliche Hilfen für den Monat November 2020 bereit. Antragsberechtigt sind Unternehmen, Betriebe, (Solo-) Selbstständige, Vereine und Einrichtungen, denen aufgrund staatlicher Anordnung das Geschäft untersagt wird beziehungsweise aufgrund bereits bestehender Anordnung bereits untersagt ist.

Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten können eine einmalige Kostenpauschale in Höhe von bis zu 75 Prozent ihres Umsatzes von November 2019 erhalten. Soloselbstständige könne auch den monatlichen Durchschnittsumsatz des Jahres 2019 zugrunde legen, für Existenzgründer ist die Berechnungsbasis der Umsatz aus dem Oktober 2020.

Die Beantragung erfolgt voraussichtlich über das Portal https://www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de/. Weitere Antragsformalitäten sind allerdings noch nicht bekannt. 

Weitere Informationen finden Sie hier: https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Schlaglichter/Corona-Schutzschild/2020-10-29-neue-corona-hilfen.html

 

Corona-Überbrückungshilfe

Kleine und mittelständische Unternehmen, die im Haupterwerb tätig sind und durch die Corona-Krise unverschuldet in eine finanzielle Schieflage geraten sind, können eine Corona-Überbrückungshilfe für die Monate Juni, Juli und August 2020 beantragen.
 
Voraussetzung: Durch Corona bedingte Umsatzeinbrüche um min. 30 % in den Monaten September bis Dezember 2020 gegenüber den Vergleichsmonaten 2019.
 
Höhe der Überbrückungshilfe:
  • 90 % der förderfähigen Fixkosten bei einem Umsatzrückgang über 70 %
  • 60 % der förderfähigen Fixkosten bei einem Umsatzrückgang zwischen 50 und 70 %
  • 40 % der förderfähigen Fixkosten bei einem Umsatzrückgang zwischen 30 und 50 %
 
Die Corona-Überbrückungshilfe kann ausschließlich über Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer/ vereidigte Buchprüfer beantragt werden.
 
Weitere Informationen finden Sie auf dem Antragsportal unter https://www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de/.
 
 

Möglichkeiten zur steuerlichen Entlastung

Gewerbesteuer

Beim zuständigen Finanzamt können Anträge auf Herabsetzung des Gewerbesteuermessbetrages für Zwecke der Vorauszahlungen für die Gewerbesteuer gestellt werden. Die Anpassung der Vorauszahlungen bei der Gewerbesteuer und die Stundung von Gewerbesteuern erfolgt auf Antrag durch die Gemeinden vor Ort. Die Gemeinde ist an ‎den ‎Bescheid des Finanzamts gebunden und wird ‎die ‎Gewerbesteuervorauszahlung anpassen.

Bei unmittelbar Betroffenen wird außerdem dem Grundsatz nach bis zum Ende des Jahres von Seiten der Steuerverwaltung auf Vollstreckungsmaßnahmen verzichtet. Dies betrifft beispielsweise mögliche Kontopfändungen. Gesetzlich anfallende Säumniszuschläge werden in dieser Zeit nicht erhoben.

Quelle: https://finanzen.hessen.de/presse/pressemitteilung/hessen-stellt-kurzfristig-75-milliarden-euro-aussicht

 

Umsatzsteuer

Viele Unternehmen zahlen bei der Umsatzsteuer eine sogenannte Sondervorauszahlung, damit sie die monatliche Umsatzsteuer jeweils einen Monat später zahlen dürfen. In der aktuellen Corona-Krise wird den betroffenen Unternehmen geholfen und auf Antrag wird die in 2020 gezahlte Sondervorauszahlung auf ‚Null‘ herabgesetzt. Anschließend erhalten die Unternehmen die bereits gezahlte Steuervorauszahlung erstattet, sofern sie nicht mit anderen Zahllasten zu verrechnen ist. Das geht ganz unbürokratisch mit formlosem Antrag oder am besten über ELSTER.

Quelle: https://finanzen.hessen.de/presse/pressemitteilung/hessen-stellt-kurzfristig-75-milliarden-euro-aussicht

 

Stundung der Beiträge zur Sozialversicherung:

Als ein Mittel zur Liquiditätssteigerung können die Beiträge zur Sozialversicherung gestundet werden, wenn alle anderen Fördermaßnahmen ausgeschöpft sind.

Weitere Informationen unter: https://www.gkv-spitzenverband.de/gkv_spitzenverband/presse/pressemitteilungen_und_statements/pressemitteilung_1003392.jsp

 

Insolvenzantragspflicht ausgesetzt

Für einen Zeitraum bis zum 31.12.2020 ist die Insolvenzantragspflicht ausgesetzt. Die Aussetzung  soll nur für Unternehmen gelten, die infolge der Coronavirus-Pandemie überschuldet sind, ohne zahlungsunfähig zu sein.

Quelle und weitere Informationen: https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/insolvenzaussetzungsgesetz-1781394

 

Grundsicherung für Unternehmerinnen und Unternehmer

Für viele Unternehmerinnen und Unternehmer sind die aufgezeigten Entlastungsmöglichkeiten nur eine kurzfristige Erleichterung der angespannten finanziellen Situation. Wenn die Corona-Krise noch länger andauert, werden aber genau diese Unternehmen in einigen Wochen wieder vor dem gleichen Problem stehen wie heute. Förderkredite sind nicht immer eine Option.

Daher möchten wir Sie an dieser Stelle frühzeitig darauf hinweisen, dass auch Selbstständige und Kleinunternehmer*innen zur Sicherung ihres Lebensunterhalts einen Anspruch auf Grundsicherung (Arbeitslosengeld II) haben können. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf der Homepage der Bundesagentur für Arbeit: https://www.arbeitsagentur.de/corona-faq-grundsicherung