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Entwicklungsgesellschaft Lorsch feiert ihren 10. Geburtstag -„Ansiedeln alleine reicht nicht!“

 

Es waren einmal ein zu erschließendes Gewerbegebiet, eine nicht gut gefüllte Stadtkasse und ein paar hartnäckige Entscheider. Die glaubten an den Sinn dieser Erschließung und suchten nach einer Lösung, um sie finanzieren zu können. Die Lösung wiederum hieß Entwicklungsgesellschaft Lorsch EGL, wurde vor genau zehn Jahren geboren und ist heute die 90%ige Tochter der Stadt Lorsch und zu 10% die der Wirtschaftförderung Bergstraße.



So fing alles an... 
 So fing alles an.

Mittlerweile ist das Gewerbegebiet Daubhart im Norden Lorschs voll erschlossen und zu mehr als der Hälfte vermarktet, es fanden dort bislang fast vierhundert Menschen Arbeitsplätze und der Geschäftsführer der EGL, Volker Knaup, freut sich: So sieht eine Erfolgsgeschichte aus.

            Knaup würdigt dabei die Geburtshelfer: Die damalige „Wirtschaftsförderung Mittlere Bergstraße“ und die Sparkasse Bensheim: „Dort spann man die Fäden zusammen, die EGL wurde dort, gemeinsam mit dem ehemaligen Bürgermeister Klaus Jäger, ersonnen und gegründet.“ Der erste Geschäftsführer der EGL, Dr. Harald Schroers wiederum, kam aus der Wirtschaftförderung Mittlere Bergstraße, die Stadt setzte ihm Volker Knaup als Prokuristen zur Seite. „Ohne diese Hilfen“, ist Knaup überzeugt, „hätten wir das Daubhart-Gewerbegebiet finanziell nicht schultern können.“

 Erwerb, Planung und Finanzierung mündeten 2005 in die Eröffnung des nicht nur optisch bemerkenswerten, sondern auch geologisch ambitioniert gestalteten Daubhart-Kreisels: Es war der Auftakt für die Bebauung und gleichzeitig die gelungene Anbindung des Gebietes an eine verkehrstechnische Hauptachse, die ganz am Anfang stand. Ein Pfund, mit dem der EGL-Geschäftsführer und Bauamtsleiter der Stadt Lorsch nicht müde wird zu wuchern: „Lorsch liegt logistisch erstklassig. Der Ausbau der B47 zur vierspurigen Trasse und die Verbreiterung der A67 auf sechs Fahrbahnen – das ist eine Riesen-Aufwertung für das neue Gewerbegebiet“, ist er überzeugt. Eine Firma, die hier baue, liege sozusagen auf dem optimal angebundenen Präsentierteller. Ohnehin kann man es sich schon aussuchen: „Wir wählen unsere Investoren ganz bewusst. Sie müssen optisch ins Bild passen und wir werden zukünftig im Daubhart bevorzugt produzierendes Gewerbe ansiedeln, was Arbeitsplätze in einem anderen Lohnsegment mit sich bringen wird.“ Denn bislang lag der Schwerpunkt neben der umfangreichen Fläche für Einkaufsmärkte auf Distribution und Spedition.

Aber die Entwicklungsgesellschaft Lorsch heißt nicht umsonst so. Mit zwei Projektleitern im Innenstadt-Büro hat die EGL eben genau das im Sinn: die wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Welterbestadt. Und so bietet man Unternehmens- und Einzelhandelsservice ebenso an, wie etwa Einzelgutachten im Sinne der Wirtschaftsförderung, Hilfe beim Tourismusaufbau, Innenstadtmarketing, Leerstandmanagement. Denn Knaup weiß. „Ansiedeln alleine reicht nicht. Was wir wollen ist: Anschieben, Aufbauhilfe leisten, Dinge voran bringen, damit sie schließlich alleine stehen können.“ In diesem Sinne hat die EGL etwa den Leitbildprozess der Stadt betreut, das Thema Radverleih am Welterbe ermöglicht, das Palais von Hausen erworben und damit für die Stadt Lorsch als Eigentum gesichert und schließlich maßgeblich bei der Eröffnung eines eigenen Kultur- und Tourismusamtes für Lorsch geholfen.

Auch der Vorsitzende des Aufsichtsrates der EGL und Bürgermeister Lorschs, Christian Schönung, sieht für die Zukunft keinen Mangel an neuen Projekten. „Lorsch ist räumlich sehr stark eingegrenzt. Man muss über einen Gesamt-Umbau nachdenken, aus der Not eine Tugend machen.“ Er denkt an das südlich der Marienburger Straße gelegene Terrain, aus dem sich das Gewerbe stark zurückzog und was für Wohnbebauung eine höchst attraktive Lage darstellt. Noch dazu, da sich im Norden durch die verkehrstechnischen Umstrukturierungen ein erstklassig geeignetes Gebiet für Gewerbe ergeben habe.



Geschäftsführer Volker Knaup bilanzierte die letzten 10 Jahre 
 Geschäftsführer Volker Knaup bilanzierte die letzten 10 Jahre


„Aber das“, lacht Knaup, „wird noch ein bisschen dauern.“ Und blickt erstmal näher Liegendem ins Auge: Anfang November feiert die EGL ihren 10. Geburtstag, „keine Riesen-Veranstaltung“, winkt der Macher mit dem unverwüstlichen Humor bescheiden ab. Dass man dazu nun aber das vor ziemlich genau einem Jahr erworbene, stilvolle Barock-Palais von Hausen nutzen kann, zeugt von mindestens Zweierlei: einem gesunden Weitblick und einem guten Riecher.


Herzlichen Glückwunsch, EGL!


Lesen Sie hierzu auch den Artikel des Bergsträsser Anzeigers vom 04.11.2011 (PDF) 

© 2009 Entwicklungsgesellschaft Lorsch mbH